Stadttaubenmanagement

Problematik

Stadttauben sind verwilderte Haustiere und somit gleichzusetzen mit Straßenhunden und -katzen. Haustauben gehören zu den ältesten Haustieren, stammen von der Felsentaube ab und wurden bereits vor ca. 5000-10000 Jahren domestiziert und dienten als Eier- und Fleischlieferant. Über die Jahrtausende hinweg wurde den Tieren ein Brutzwang angezüchtet, weshalb Stadttauben ganzjährig, also auch im Winter, brüten. Ohne Geburtenkontrolle vermehren sich Tauben dadurch rasant. Hinzu kommt, dass der Lebensraum Stadt keine ausreichenden Bedingungen bietet, die Tauben zu einem sorgenfreien Leben brauchen. Sie werden bejagt, getreten, vertrieben und verhungern.


Lösungsansätze

Durchsucht man die Tiefen des Internets, so gibt es allerlei Vorschläge, der Stadttaubenproblematik zu begegnen. Vergrämung durch Spikes, Drähte, und vielem mehr, Bejagung durch Greifvögel oder andere Methoden, die Schädlingsbekämpfer einsetzen sind weder nachhaltig, da Verluste von den verbliebenen Tauben direkt wieder ausgeglichen werden, noch sind solche Methoden tierschutzkonform. Da Tauben standorttreu sind, verschieben reine Vergrämungsmaßnahmen die Schwärme nur auf die umliegenden Gebäude.

Kastrationsprogramme sind bei Tauben in diesem Maße noch nicht etabliert worden, da das Einfangen und der operative Eingriff mit einem enormen Aufwand verbunden ist. Die schlechten Lebensbedingungen ändern sich durch die Kastration außerdem dennoch nicht. Chemische Mittel wie die "Taubenpille" haben sich ebenfalls noch nicht durchgesetzt, da die Präparate nicht so ausgebracht werden können, dass keine anderen Vögel diese mit einnehmen und diese ins Grundwasser gelangen.


Augsburger Modell

Das Augsburger Modell ist bisher die einzige langfristige Maßnahme, um die Taubenpopulation tierschutzkonform zu regulieren. Hierbei werden an Orte, wo sich ohnehin viele Tauben aufhalten, sogenannte Taubenhäuser errichtet. Dort finden die Tiere nicht nur artgerechtes Futter, Wasser und Grit, sondern auch Brutplätze und Nistmaterial. Die Eier, die die Tauben hier legen, werden gegen Attrappen ausgetauscht, sodass kein weiterer Nachwuchs entsteht. Zudem halten die Tiere sich rund 80% des Tages dort auf, weshalb ein Großteil der Kotmenge im Schlag und nicht auf der Straße anfällt. Bei Bedarf können die Tauben außerdem jederzeit tiermedizinisch versorgt werden.


Taubenhäuser in Mainz

In Mainz gibt es bisher zwei Taubenhäuser. Eines befindet sich auf dem Gelände des Tierschutzvereins Mainz u.U. e.V. und ein weiter in der Anne-Frank-Realschule. Letzterer wurde im Oktober 2018 in Betrieb genommen und bietet Platz für rund 60 Tauben.


Kontakt

Stadttaubenhilfe Mainz e.V.

Postfach 230120

55052 Mainz

 

Notruf: 01631783414

info@stadttaubenhilfe-mainz.de